Erfahrungen
Das Interessanteste an Tanganjikaseecichliden ist wohl ihr Verhalten. Im Gegensatz zu ehr langweiligen Schwarmfischen wie Salmler, oder versteckt lebenden Welsen, ist bei ihnen immer was los. Bei amerikanischen Bundbarschen ist das Verhalten bei der Paarung und der Aufzucht der Jungen sehr interessant, aber auf die Dauer ist auch das immer das Gleiche. Zumal diese Fische große Reviere benötigen und sich
untereinander nicht ausstehen können. Es ist nie ein Getümmel unterschiedlicher Fische wie in einem Tanganjikasee-Aquariumzu sehen.
Ich bin am Anfang allerdings keineswegs wegen des sozialen Verhaltens der Fische zu den Tanganjikasee-Barschen gekommen, sondern eher wegen der Vielfalt der unterschiedlichen Fische. Ich wähle meine Tiere wahllos nach dem Aussehen und der Farbe aus. Das ist ja eigentlich nicht die richtige Art die Fische zu vergesellschaften, aber es ging alles erstaunlich gut.
Ab einer bestimmten Größe des Aquariums ist es allerdings nicht so problematisch verschiedene Gattungen zu vergesellschaften.
Probleme hatte ich am Anfang natürlich genug. Ohne Erfahrung von den Fischen gab es auch schon bald die ersten Verluste. Da ich schon immer Aquarien mit allen möglichen Bewohnern hatte, war mir so etwas neu. Ich wusste über die speziellen Wasseransprüche der Tanganjikaseefische bescheit, und unser Wasser schien gut geeignet. Auch gab es keinen ersichtlichen Stress zwischen den Fischen. Ich pflegte am Anfang ein paar Neolamprologus leleupi (Tanganjika-Goldcichlide), Neolamprologus brichardi (Gabelschwanzbuntbarsch,
Feenbarsch), Julidochromis marlieri (Schachbrett-Schlankcichlide) und Cyprichromis leptosoma (Kärpflingscichlide). Alles klappte Prima, die Feenbarsch, oder bei uns besser bekannt als Prinzessin von Burundi, hatten sogar schon einige male Junge bekommen. Da mein damaliges 660 Liter - Aquarium aber noch ein paar Tierchen vertragen könnte, habe ich mir einige Tropheus dazugekauft. Bei einem Preis von ca. 15,- Euro pro Tier, nicht gerade billig. Auch diese Fische kamen Anfangs gut zurecht bis eines Tages
einer Tot in der Ecke lag. Ich dachte mir nichts weiter dabei, aber es sind noch zwei weitere gestorben.
Ich habe mir schleunigst ein paar Bücher über Tropheus besorgt, und gelesen. Nach kürzester Zeit war mir alles klar, nicht die Vergesellschaftung, auch nicht das Wasser war schuld, es lag eindeutig am Futter. Seit dem ich die Ernährung der Tiere umgestellt habe vermehrten sich die Tropheus sogar.
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Ein Tropheus spec. aff. moorii “Bemba” Weibchen mit Jungen. Wenn die Jungen groß genug sind lässt die „Mama“ sie für einige Zeit aus ihrem Maul heraus. Es ist niedlich anzusehen wie unbeholfen die Kleinen sich benehmen und immer wieder zum Maul der Mutter schwimmen um aufgenommen zu werden.
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Nachdem die kleinen Tropheus eine gewisse Größe haben müssen sie sich allein durchschlagen. Meistens verstecken sich zwischen Pflanzen und Steinen. Die Jungen sind noch gestreift, ihre richtige Färbung bekommen sie erst später. Im Trupp der Erwachsen Tropheus werden sie noch nicht aufgenommen.
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Aus den Bildern kann man das zusammenleben der Tiere gut erkennen. Das klare Wasser und die farbigen Tiere gleichen fast dem eines Korallenriffs im Meer. Wer schon mal Tauchen war kann das nachvollziehen. Oft fragen unerfahren Gäste ob in meinem Aquarium Salzwasser wäre, weil es durch die Einrichtung und die prächtigen Fische einem Meeresaquarium gleicht.
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Hier sieht man ein Cyprichromis leptosoma Weibchen mit Jungen in ihrem Maul. Manchmal kann man sogar die kleinen Augen der Jungfische hinter der fast durchsichtigen Haut erkennen. In einem Gesellschaftsbecken überleben nur recht wenige Jungfische. Sobald sie aus dem Maul entlassen werden sind sie auf sich allein gestellt. Die Kleinen schwimmen frei im Aquarium umher und sind eine leichte Beute für Räuber.
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